Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien

Bergsteigen in der nördlichen Cordillera Real. Bekannte Berge sind dort vor allem die beiden Giganten über Sorata, Illampu und Ancohuma. Mit Chearoco und Chachacomani finden sich 2 weitere 6000er in der Region, die bisher nur sehr selten Besuch erhalten. 5000er gibt es fast wie Sand am Meer, in allen erdenklichen Schwierigkeitsstufen und Höhen. Wara Warani, Wila lloje, Tres Marias, Negruni, Ventanani, Kasiri, Janco Karka oder Calzada sind nur einige wenige Beispiele für das gigantische Ausmaß an Möglichkeiten, welche diese Region bietet.

Auch um den über 5000m hohen Paso Calzada finden sich einige extrem interessante Berggipfel mit fast endlosen Tourenmöglichkeiten. 

Leider ist der Pass von la Paz aus relativ weit entfernt, bzw. die Anfahrt lang. Mit bis zu 4 Stunden sollte kalkuliert werden, zumal El Alto durchquert werden muss. Die Perle des Altiplano kann durchaus auch als ärgerliches Verkehrshindernis bezeichnet werden.

Trotzdem machte ich mich mit meinem Fahrer Porfidio um 4 Uhr Morgens von La Paz aus auf, um eine Tagestour auf den Kasiri Chico zu machen. Mit seinen immerhin 5547 Metern gehört dieser Berg noch nichtmals zu den ganz großen Zielen der Region.

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen pyramidenförmigen, namenlosen Berg, über 5800 m hoch, den ich mir zum Ziel auserkoren habe. Vom Kasiri Chico erhoffe ich mir Einblicke in die mögliche Aufstiegsroute. Infos dazu sind nirgends zu finden, was natürlich auch für den Kasiri Chico gilt. Dessen eisbedeckte Westflanke scheint mir die besten Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten.

Den 5100m hohen Calzada Pass können wir komplett mit dem Auto befahren, bis zur Passhöhe. Heute starte ich aber weiter unten, vom Ufer der Laguna Carizal. Wegspuren gibt es keine, also suche ich mir selber welche. Zuerst führt der Weg durch steiniges Gelände mit groben Blöcken, was schnell in steile Schuttflanken übergeht. Ich halte auf einen felsigen Gratrücken zu, hinter dem ich richtigerweise die Westwand vermute. Durch steilen Schutt mit leichten Kletterschritten erreiche ich die flache Ebene unter der Wand. Von hier aus gelange ich zu den ersten Eisfeldern und lege die Steigeisen an. Endlich mal wieder eine Eistour, der Firn knirscht unter den Sohlen und schnell wird das Eis steiler. Es ist schon relativ weich sodass ich die Füße tief hineindrücken kann. Der obere Teil der Wand geht in Richtung 50 Grad und ich denke schon an den Abstieg. Wenn der Firn weicher wird und stollt wird das heikel und es geht durchaus tief hinunter. Aber noch geht es gut, und ich entscheide mich weiter zu steigen. Zu verlockend wirkt der obere Südwestgrat. Ich halte also auf den Grat zu und sehe eine etwas flachere Abstiegsmöglichkeit im rechten Wandteil. Am Grat angekommen muss ich entscheiden wie es weiter geht. Ich sehe in der östlichen Felswand eine Rinne die bis unter die felsigen Abschnitte zu gehen scheint. Um sicher zu gehen schaue ich mir aus aus verschiedenen Perspektiven an. Das müsste passen und ich würde auch noch nah am Auto rauskommen. Also brauche ich mir keine Gedanken mehr um die Eisverhältnisse beim Abstieg machen. Wir Paderborner sind im Absteigen ja sowieso Spezialisten…. Perfekt, also weiter. Am Grat wechseln jetzt felsige Stellen mit verfirnten Abschnitten ab. Teilweise muss ich in die Ostseite ausweichen, das Gestein ist alles andere als fest, die Blöcke liegen teilweise einfach lose aufeinander. Eine Kletterstelle ist nicht ganz ohne. Weiter oben wechseln sich Eispassagen zum geniessen mit mühsamer Kriecherei zwischen den losen Blöcken ab. Bald ist der Gipfel geschafft. Ich bin auf dem suedlichen der beiden Gipfelpunkte gelandet und messe mit dem GPS 5547m, fast die Höhe auf der Karte. Der nördliche Gipfel ist recht weit weg und kaum höher, wenn überhaupt, also belasse ich es beim Südgipfel.

Da ich weder Besteigungsspuren noch einen Gipfelsteinmann vorfinde, baue ich einen. Für alle Fälle lege ich die obligatorisch Visitenkarte von Thomas Wilken Tours dazu.

Fantastisch ist hier übrigens die Gipfelsicht, vor allem die nahen Eisriesen um den Kasiri imponieren mit gewaltigen Gletscherflächen. Auch IIlampu, Ancohuma und “meine” Eispyramide kommen sehr gut zur Geltung. Dazu bieten sich atemberaubende Tieflicke in die Wand und auf weite Teile des nicht allzu fernen Titicacasees. Allzu lange kann ich den Gipfel aber nicht geniessen, der Abstieg durch das lose Gestein verspricht nicht einfach zu werden und erfordert vollste Konzentration. Durch die steilen Hänge der Ostwand komme ich gut hinunter und gelange wohlbehalten zum Auto. 

Hier einige Fotos von der Tour:

Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien

Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien

Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien

Besteigung des Kasiri Chico (5547m) in der Cordillera Real von Bolivien

 

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