Bergsteigen am Paso Mullu

Anspruchsvolles Bergsteigen am Paso Mullu in Bolivien. Die formschönen 5000er Wila Lloje, Pocaceuta und Wara Warani sind nur einige Ziele dieser Tour in der nördlichen Cordillera Real.

Je weiter wir uns von La Paz entfernen, umso seltener treffen wir weitere Bergsteiger in den Eisbergen der Cordillera Real. Natürlich erhalten die bekannten Hochgipfel wie Illampu, Ancohuma, Illimani, Condoriri oder Huayna Potosi öfter mal Besuch, aber schon die am Paso Mullu gelegenen 6000er Chearoco und Chachacomani werden kaum einmal bestiegen. Die zahlreichen, wirklich formschönen 5000er dieser Region, erhalten noch weniger Aufmerksamkeit.

Dabei ist man bei frühzeitigem Start von La Paz aus in weniger als drei Stunden in der Region und findet ein wahres Hochtourenparadies mit 5000ern aller Schwierigkeitsgrade: Cerro Wila Lloje, Pacoceuta oder Cerro Wara Warani sind nur einige von ihnen. Oberhalb der Lagunen Khotia und Jankho Khota finden wir ideale Lagerbedingungen und können von dort aus gleich mehrere 5000er in Angriff nehmen.

Bergsteigen am Paso Mullu

Nach einem frühen Start in La Paz, um noch ohne Verkehrsprobleme die Oberstadt El Alto zu passieren, starten wir schon 2,5 Stunden später von der Laguna Khotia zu unserem ersten 5000er in der Cordillera Real. Der Cerro Khollin Khollu ist ein idealer Eingehberg: hoch über dem Paso Mullu mit Blicken bis hin zu Ancohuma und Illampu. Auch unsere nächsten Ziele, Pacoceuta und Wila Lloje, reihen sich direkt vor uns auf. Beide Berge besteigen wir von der Laguna Jankho Khota aus, welche sich kurz unterhalb der Passhöhe Mullu befindet. Dieses Gebiet zwischen Condoriri und Chachacomani ist bei Bergsteigern noch weitgehend unbekannt, beherbergt aber ein schier unerschöpfliches Potenzial an Routen und Gipfel. Von vielen Gipfel sind die Namen kaum heraus zu bekommen und man weiß auch oft nicht, ob schon mal jemand oben gewesen ist oder nicht. Echte Pionierarbeit also...

Tour-Info

Highlights:

  • Cordillera Real
  • Paso Mullu
  • Cerro Wila Lloje
  • Pacoceuta
  • Laguna Khotia
  • Cerro Wara Warani

Ausgangsort:

  • La Paz

Termine und Preise:

  • Dauer: 4 Tage
  • Termine: nach Absprache
  • Preis: auf Anfrage

Leistungen:

  • Bus und Taxitransfers im Land
  • Essen
  • Übernachtung in Hütte oder Zelt
  • Leihausrüstung
  • Transport
  • Eintritte
  • Organisation und Durchführung der Tour mit einheimischen Führern

Nicht eingeschlossenen Leistungen:

  • Reiseunfallversicherung
  • Krankenversicherung
  • Gepäckversicherung
  • Reiserücktrittversicherung
  • Ausgaben des täglichen Bedarfs
  • Trinkgelder
  • Nicht ausgeschriebene Mahlzeiten und Getränke

Teilnehmerzahl:

  • Mindestens: 2
  • Höchstens: 10

Besondere Anforderungen:

  • Eine gute allgemeine Fitness ist gewünscht und deutlich von Vorteil

Zusatz Info:

  • Dieser Tourbaustein ist in Verbindung mit einer Reise buchbar oder gegebenenfalls auch einzeln.

Tour-Verlauf

1. Reisetag: Anfahrt von La Paz bis zum Paso Mullu

Über der Laguna Khotia können wir den 5248m hohen Khollin Khollu besteigen. Der Aufstieg verläuft zuerst über steile, aber gut begehbare Hänge, später durch Schutthänge und leichte Felsen. Von hier haben wir einen ersten Überblick über den nördlichen Teil der Cordillera Real, gekrönt vom Condoriri im Süden und den 6000ern Chachacomani und Chearoko im Norden. Nach dem Abstieg fahren wir weiter den Pass hinauf, um am Ufer der Laguna Janko Khota unser Lager zu errichten.

Bergsteigen am Paso Mullu

2. Reisetag: Namenloser 5424m Gipfel

Auch in der Cordillera Real, gerade in den Regionen zwischen Sorata bzw. Ancohuma und Condoriri, befinden sich etliche namenlose und kaum bestiegene Berge. Einen davon nehmen wir uns heute vor. Zuerst geht es über steile Grashänge hinauf, die bald in Schutt übergehen. Zwischen bizarren Felsgipfeln suchen wir uns den Weg zum Gletscher, um von dort einen weit geschwungenen, eisgepanzerten Gratrücken zu erreichen. Schier unendlich klar ist die Luft um uns herum und immer mehr und mehr Bergketten kommen zum Vorschein. Der Chachacomani steht zum Greifen nah vor uns. Über den Gletscher und ein lang gezogenes Tal geht es zurück zum Lager, wo wir den Rest des Tages mit Ausruhen verbringen.

3. Reisetag: Cerro Wila Lloje

Der Cerro Wila Lloje ist vermutlich der Höhepunkt dieser Expedition. Über verschiedene Wege ist er zugänglich, und bietet weit oben einen luftigen Eisgrat mit atemberaubenden Tiefblicken. Zudem erlauben seine fast 5600m Höhe Ausblicke über fast die gesamte Cordillera Real. Der Aufstiegsweg führt zuerst durch ein steiniges, vom Gletscherschliff geprägtes Tal, welches direkt zum Gletscher leitet. Von hier aus gewinnen wir über einen Sattel den Gipfelgrat. Nach 900 zum Teil mühsamen Höhenmetern stehen wir ganz oben auf einem der formschönsten 5000er der Cordillera Real. Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg, diesmal bleibt viel Zeit zum Fotografieren.

Bergsteigen am Paso Mullu

4. Reisetag: Pacokeuta und Rückfahrt nach La Paz

Bevor wir heute nach La Paz zurück fahren, steht ein weiteres Highlight der Cordillera Real auf dem Programm. Mit 5583m gehört der Pacokeuta schon zu den höchsten seiner Zunft. Heute müssen wir vom Lager aus etwas die Passtrasse entlang laufen, um den Zustieg zu einem benachbarten Hochtal zu erreichen. Zuerst erwartet uns erneut grobes Blockwerk, dass später in leichtere Eipassagen übergeht. In abwechslungsreicher und anregender Kletterrei mit verschiedenen kurzen Steilstücken, steigen wir dem aussichtsreichen Gipfelgrat entgegen. Bei passender Kondition ist dieses letzte Stück ein Hochgenuss mit prachtvollen Tiefblicken zu beiden Seiten und dazu nicht enden wollende Eisbergen im Blick. Nach dem Abstieg wartet das Auto schon an der Passtrasse und bringt uns von dort zurück nach La Paz.

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