Bergsteigen am Äquator

Bergsteigerreise in Ecuador. Wir besteigen die eindruckvollsten Vulkane Ecuadors mit Cotopaxi, Chimborazo und Illiniza Norte. Anspruchsvolle Gipfeltouren.

Ecuador auf unbekannten Pfaden erleben. Unsere Reise führt nun vor allem in die Andenregionen. Zum eingewöhnen nehmen wir die Altstadt Quitos unter die Lupe mit dem Panecillo als erstem "Berg" und als Abschluss den Mittelpunkt der Welt, Mitad del Mundo.

Wir unternehmen einige spannende Touren im Norden des Landes. Zuerst umwandern wir die blau leuchtenden Kraterlagune Cuicocha, im Nationalparkgebiet unter dem gewaltigen Vulkanberg Cotocachi. Hier soll es noch Brillenbären, Wölfe und Pumas geben, sie zeigen sich aber nicht allzu gerne.

Von Otavalo besteigen wir dann den 4.263 m hohen Fuya Fuya als ersten Akklimatisationsberg, über einer prächtigen Kraterlagune gelegen mit eindrücklichen Ausblicken auf Otavalo. Als nächstes kommt mit dem Imbabura ein noch größerer Berg an die Reihe, danach dann der Pasochoa, einer der vegetationsmässig interessantesten Berge des Landes und der Rucu Pichincha direkt über der Hauptstadt.

Dann folgt mit dem Illiniza Norte schon der erste 5.000er, bevor es an die beiden ganz großen geht. Zuerst der Cotopaxi als höchster aktiver Vulkan der Erde, noch knapp unter 6000 Metern und dann als Krönung der 6.273 Meter hohe Chimborazo, der am weitesten von Erdmittelpunkt entfernte Berg.

Krater-Cotopaxi-Quito

Tour-Info

Highlights

  • Quito
  • Panecillo
  • Otavalo
  • Cuicocha
  • Fuya Fuya
  • Pichincha
  • Illiniza Norte
  • Cotopaxi
  • Chimborazo

Dauer dieser Tour:  17 Tage

Unser nächsten Termine

  • 5. bis 21. Juli 2017
  • 1. bis 17. August 2017
  • 5. bis 21. Dezember 2017

Gerne führen wir diese Tour auch zu Ihrem individuellen Wunschtermin durch.

Preise (pro Person)

  • Ab 2 Teilnehmern: 2.395 Euro
  • Ab 4 Teilnehmern: 2.195 Euro
  • Ab 6 Teilnehmern: 2.095 Euro

Eingeschlossene Leistungen

  • Flughafentransfer
  • Reiseleitung vor Ort
  • Bus- und Taxitransfers im Land
  • Alle Übernachtungen in einfachen, landestypischen Unterkünften und Berghütten
  • Organisierte Bergtouren auf Cotopaxi und Chimborazo einschließlich Führer, Verpflegung und Leihausrüstung
  • Geführte Wanderungen einschliesslich Verpflegung auf den Touren
  • Alle Nationalparkeintritte

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Flug
  • Reiseunfall- und Krankenversicherung
  • Reisegepäcks- und Reiserücktrittskostenversicherung
  • Nicht ausgeschriebene Mahlzeiten und Getränke
  • Trinkgelder
  • Einzelzimmerzuschlag
  • Ausgaben des persönlichen Bedarfs

Teilnehmerzahl

  • Mindestens: 4
  • Maximal: 10

Weitere Infos

  • Eine gute allgemeine Fitness ist für diese Tour gewünscht und sehr von Vorteil.

Tour-Verlauf

1. Tag: Ankunft in Quito

Am Tag der Ankunft steht nur noch ein kurzer Stadtbummel an, abgeschlossen wird der Tag mit weiteren Informationen zum Land und zur bevorstehenden Tour bei einem landestypischen Abendessen.

Umrundung-Laguna-Cuicocha

2. Tag: Panecillo

Schon am 2.Tag werden wir unseren ersten 3.000er besteigen, nämlich den diese Marke nur knapp übersteigenden Panecillo (kleines Brötchen) mit seiner mehr als unförmigen Aluminiumstatur Virgen de Quito. Unser erster Markt kann hier oben besucht werden, selbstverständlich unter herrlichen Blicken über die gesamte Stadt.

Später widmen wir uns dann der kolonialen Altstadt. Hier können natürlich noch nicht alle Sehenswürdigkeiten angeschaut werden, doch Highlights wie die Plaza de Independencia, die Regierungsgebäude, die Kathedrale, die Casa de Sucre und die Iglesia San Augustin werden wir wohl schaffen. Zum Abschluss fahren wir noch zum Äquatordenkmal "Mitad del Mundo", dem falsch vermessenen Mittelpunkt der Welt.

3. Tag: Otavalo

Die meisten Gäste besuchen Otavalo wegen dem samstäglichen Indigenamarkt, dem bedeutendsten von ganz Südamerika. Alle möglichen Andenken gibt es hier zu kaufen: Steine, Skulpturen, Bücher oder Karten. Dazu besteht selbstverständlich ein mehr als reichhaltiges Angebot an kulinarischen Spezialitäten, ja sogar lebende Tiere kann man erwerben. Doch am interessantesten sind sicherlich die vielfältigen Webeartikel. Ponchos, Hosen, Pullover, Jacken - alles was das Herz begehrt kann man hier erstehen, in der Tradition der Otavalenos, einem Indigenastamm der es mittlerweile mit der Weberei zu einigem Wohlstand bringen konnte.

Doch wir machen uns auf ins Umland der Stadt, wo mit der Kraterlagune Cuicocha eines der einzigartigsten Naturwunder des Landes auf uns wartet.

Laguna Cuicocha heißt Meerschweinchensee, immerhin 200 Meter tief ist diese intensiv gefärbte Kraterlagune. In ihrer Mitte erheben sich zwei kleine Inselchen, die Isla Theodoro Wolf und die Isla Yerovi. Die Wanderung ist zwar nicht ganz kurz, aber völlig unschwierig. Von der Picknickzone aus kann man den gesamten See umrunden, auf komplett gut angelegten Wegen.

Die Region gehört zum Nationalpark Reserva Ecologica Cotocachi y Cayapas, welcher 200.000 ha umfasst. Kaninchen und Wölfe können mit mehr oder weniger Glück gesichtet werden, selbst Pumas soll es hier geben, die sind allerdings so gut wie nie zu sehen.

Zudem kann man organisierte Bootsfahrten um die Inseln herum buchen, dazu gibt es ein einfaches Hotel und ein kleines Restaurant wo man frische Forellen bekommen kann.

Diese herrliche Rundwanderung im Naturschutzgebiet kann gut als Tagestour von Otavalo durchgeführt werden. In leichtem Auf- und Ab kann die tiefblaue Kraterlagune auf guten Wegen umrundet werden, mit prachtvollen Tiefblicken auf den See.

Oben gibt es nicht nur atemberaubende Tiefblicke, direkt vor unserem Blickfeld erhebt eine gewaltige Vulkangestalt. Der erloschene Cotocachi gehört mit immerhin 4939 Metern Höhe zu den ganz Großen des Landes. Man fühlt sich fast an afrikanische Steppenlandschaften erinnert. Ein spannender Pfad führt direkt über dem See zwischen typischer Hochlandvegetation und grandiosen Steilklippen zum Haupteingang.

Imbabura-La-Esperanza

4. Tag: Vulkan Fuya Fuya

Otavalo ist auch der Ausgangspunkt für unsere erste größere Bergtour auf den Vulkan Fuya Fuya (4.293 m). Hierfür fahren wir mit dem TaAuto von Otavalo zur nahe gelegenen Laguna Mojanda, einem tiefblauen Kratersee, der den Ausgangspunkt einiger interessanter Wanderungen bildet. Unser Ziel ist der erloschene Vulkan Fuya Fuya, nur 500 Meter höher rechts über der Seeoberfläche. Der Grossteil des Anstieges erfolgt über gut begehbare Pfade, am steinigen Gipfelgrat wird der Wegverlauf komplizierter und es müssen dann hin und wieder die Hände zur Hilfe genommen werden. Nach der Gipfelbesteigung mit phantastischen Ausblicken umrunden wir noch einen Teil des Sees, die gesamte Lagune jedoch wäre zu weitläufig. Dabei fallen besonders die schwarzen Felsformationen des Jana Urku ins Auge, welche über der anderen Seeseite aufragen.

5. Tag: Taita Imbabura

Wir verlegen unseren Ausgangspunkt nun ins idyllische Bergdörflein La Esperanza, inmitten grüner Getreide und Kartoffelfelder, oberhalb von Ibarra, der größten Stadt im Norden des Landes. Zweifellos die interessanteste Tour um La Esperanza ist natürlich der 4.682 Meter hohe Vulkan Imbabura.

Taita Imbabura wird der Berg auch genannt, Vater also, bildet er doch mit dem Cotocachi zusammen ein Gottheitenpaar, welches schon weit vor der Inkazeit verehrt wurde. Zu den ganz Grossen des Landes oder gar der Anden gehören beide natürlich nicht, trotzdem bilden sie interessante Tourenziele auf aussichtsreiche und freistehende Vulkanberge. Gletscher oder Firn sind dabei nicht anzutreffen, auch im Fels halten sich die Schwierigkeiten in Grenzen. Ausbruchgefährdet ist der Vulkan ebenfalls nicht mehr, gehört er doch seit langem zu den Erloschenen seiner Zunft.

So geht es am frühen Morgen erst mal in Richtung Zuleta und kurz vor der Brücke das rechtsseitige Sträßchen hoch. Ein Teil dieses Weges lässt sich auch mit einem geländegängigen Taxi bewältigen. Ein kleiner Parkplatz oder zumindest Wendeplatz bildet das Ende der fahrbaren Strecke, nun wird der Weg deutlich schmaler, behält aber die Richtung bei und der Pfad ist gut zu finden. Etwas später wendet sich dieser nach links und steigt in einigen Serpentinen über eine Art Grat dem Kraterrand entgegen. Die Spuren werden etwas undeutlicher. Einige Felspassagen können leicht umgangen werden, immer wenn es nach Schwierigkeiten aussieht verflüchtigen sich diese auch sofort wieder. Nach einem anstrengenden Steilstück ist der Kraterrand geschafft, leichte Felsstufen leiten zum Vorgipfel. Hier denkt man zuerst die Tour sei schon zu Ende, im Nebel ist der Hauptgipfel auf der anderen Kraterseite nicht zu erkennen, doch leiten Pfadspuren weiter am Krater entlang. Allerdings geht es zuerst deutlich bergab und zwar durch felsiges, heikel brüchig aussehendes Gelände. Allzu weit geht es nicht bergab, auch die Kletterstellen sind absolut problemlos, höchstens erster Grad. Bald stehen wir vor dem felsigen Gipfelaufbau, wieder sieht alles schwieriger aus als es ist. Immer wieder findet sich ein leichter Durchschlupf und vielleicht 30-50 Höhenmeter später ist der aussichtsreiche Gipfel erreicht. Interessant sind vor allem die Tiefblicke auf die 100.000 Einwohnerstadt Ibarra.

Der Abstieg erfolgt komplett auf dem Aufstiegsweg. Um nicht in Zeitnot zu kommen übernachten wir heute noch mal in La Esperanza, wo auch das Abendessen eingenommen wird.

Illiniza-Norte

6. Tag: La Esperanza

Ruhetag, diesen verbringen wir auf dem Land im idyllischen La Esperanza. Schöne Wanderungen durch die erstaunlich grünen Felder lassen sich von hier aus unternehmen, oder einfach nur ausruhen. Wer mochte kann sich auch von unserem Reiseleiter den Weg zu den nahe gelegenen Termalbädern bei Ibarra beschreiben lassen.

7. Tag: Pasochoa

Zwar "nur" etwa 4200 Meter hoch, trotzdem ist der Pasochoa ein mehr als lohnendes Tourenziel. Im gleichnamigen Nationalpark gibt es eine gigantische Fülle von Pflanzenarten und Kleintieren. Wir durchwandern ein gutes Stück Bergurwald, nicht mehr wirklich häufig zu finden. Am Gipfel bieten sich dann prächtige Ausblicke auf die nahen Cotopaxi und Sincholagua, und auf das Häusermeer von Quito. Danach kehren wir mit dem Auto nach Quito zurück.

8. Tag: Rucu Pichincha

Einer der bekanntesten Berge des kleinen Andenstaates ist sicherlich der Rucu Pichincha, welcher sich direkt über der Hauptstadt erhebt. Die Ausbruchgefahr hält sich im Gegensatz zu früheren Jahren in Granzen und seit es eine Seilbahn in seine Nähe gibt hat sich das Problem mit den Überfällen praktisch auch erledigt.

Durch die schon erwähnte Seilbahn "Teleferico" können wir von Quito aus bis auf angenehme 700 Höhenmeter an den Berg heranschweben. Es folg ein phantastischer Gang über der nicht enden wollenden Hauptstadt, später durch bunt gefärbte und eindrucksvolle Felsformationen zum Gipfel. Schwierigkeiten gibt es kaum am Normalweg, die Aussicht ist an klaren Tagen umso überwältigender, immerhin haben wir schon fast Mont Blanc Hoehe erreicht.

Vulkan-Chimborazo

9. Tag: Illiniza Norte

Nachdem wir nun einige Tage in der Höhe verbracht haben, folgt nun einer der Höhepunkte der Reise, einer der ganz großen Berge des Landes, für viele wahrscheinlich der erste 5.000er überhaupt. Illiniza Norte heißt unser Ziel, mit stattlichen 5.116 Metern Meereshöhe. Für die anfahrt hilft uns ein Allradfahrzeug, auf deutlich über 4.000 Meter können wir fahren, bevor es durch karge Paramolandschaften und an Schluss über steile Sandpisten steigen wir zum Refigio Nuevos Horizontes auf, wo auch übernachtet wird, immerhin auf 4.700 Metern Höhe, also nur 100 Metern weniger als der Gipfel des Mont Blanc. Der Aufstieg dürfte etwa 2-3 Stunden in Anspruch nehmen, am Nachmittag wird es hier oben oft regnerisch, wenn dem nicht so ist, erkunden wir noch etwas die Gegend um die Hütte. Wenigstens steht hier ein Herd, wo wir uns eine Ladung Spagetti zubereiten können.

10. Tag: Paso de la Muerte

Nach einer kalten und ungemütlichen Nacht sieht das Wetter am nächsten morgen meistens wieder besser aus, zumindest ist es trocken und es sind ja auch nur noch knapp 500 Höhenmeter Aufstieg. Uns zieht es auf den leichteren Nordgipfel, unser Führer hat auf jeden Fall ein Seil dabei. Nicht ganz verkehrt, denn eine dünne Schneeschicht überzieht oft die Felsen und erschwert die Felspassagen erheblich. Zum Glück sind die Kletterpassagen recht kurz. Zuerst geht es auf Pfadspuren zum Sattel La Ensillada zwischen den beiden Illinizagipfeln. Von dort führt eine steile Sand - und Schutthalde zum Südgrat hinauf, welcher uns weiter zum Fuß der schroffen Südspitze des Gipfelgrates leitet. Nun müssen einige Meter abgestiegen werden um eine etwas heikle Querung vorzunehmen, den sog. Paso de la Muerte, den Übergang des Todes. Dieser ermöglicht es einen ostwärts herabführenden Seitenarm des Gipfelgrates zu erreichen. Man kann auf ihm direkt zu Gipfel klettern oder den Grat umgehen und nach einer kurzen Querung eine Felsrinne hinaufsteigen, die direkt zum Hauptgipfel führt.

Zurück in der Hütte holen wir noch schnell unsere Schlafsäcke und steigen dann direkt ab, zu unserem Fahrzeug, welches uns zurück nach Quito bringt.

11. Tag: Ruhetag

Heute ist erst mal Ausschlafen angesagt, dann finden wir uns bei unserer ecuadorianischen Partneragentur ein, um alle Vorbereitungen für die Cotopaxibesteigung zu treffen. Hier wird die Ausrüstung für die Tour zusammengestellt, es können Schuhe und Steigeisen probiert werden. Danach sehen wir uns auf Wunsch noch etwas in Quitos Nordstadt um und testen die zahllosen Einkaufsmöglichkeiten. Vor allem die berühmte Avenida Amazonas nehmen wir genauer unter die Lupe. Auf der breiten Promenade finden sich viele Touristen und reichere Ecuadorianer. Aber auch die negativen Seiten der Stadt bleiben uns nicht verborgen. Bettelnde Kinder, alte oder kranke Einheimische versuchen hier ihr karges Einkommen ein wenig aufzubessern. Auch das ist Südamerika.

Refugio-Jose-Ribas-Cotopaxi

12. Tag: Cotopaxi-Nationalpark

Dann geht es los - dem ebenmäßigen Eisvulkan entgegen.

Mit dem Geländewagen und indigenem Führer geht es dann endlich los, zuerst Richtung Machcachi, von wo aus dann in den Cotopaxinationalpark eingebogen wird. Nachdem wir am Eingang die fällige Gebühr entrichtet haben, fahren wir durch ursprüngliche Landschaften mit vielfältiger Pflanzenwelt und unzähligen Vicunas dem großen Ziel Cotopaxi entgegen. In engen Serpentinen windet sich die Sandpiste der auf Mont Blanc Höhe gelegenen Hütte entgegen, bis ein kleiner Parkplatz auf gut 4.400 Meter das Ende der Fahrstrecke anzeigt. Jetzt wird es mühsam, die Ausrüstung und die große mit dem Auto überwundene Höhe machen sich bemerkbar, der Weg besteht aus extrem rutschigem und deshalb mühsam zu begehenden Sand. Zum Glück sind es nur 300 Höhenmeter zur Hütte, dem Refugio Jose Ribas auf 4.800 Metern, und wir haben unendlich viel Zeit dafür. Trotzdem ist die Hütte recht schnell erreicht. Auch viele Tagesausflügler sind hier unterwegs, es überwiegen jedoch die Cotopaxiaspiranten. Den Rest des Tages kann man sich mit kleinen Erkundungstouren durch die vielfarbigen Gesteinsformationen des steilen Vulkankegels vertreiben. Wer möchte kann natürlich auch einfach nur faulenzen, denn außer dem Abendessen und dem Zurechtlegen der Ausrüstung gibt es für heute kein Programm mehr. Früh geht es dann zu Bett, bzw. auf die einfachen Holzpritschen, wo wir versuchen ein wenig zu schlafen.

13. Tag: Cotopaxi

Um 12 geht dann der Wecker und nach dem Frühstück wird spätestens um 1 zum Gipfel aufgebrochen. Das ist nötig, da die heiße Äquatorsonne sehr schnell das Eis und die Schneebrücken über die Spalten aufweicht.

Der Cotopaxi streitet sich mit dem Ojos de Salado um den Titel höchster Vulkan der Erde und ist auf jeden Fall deutlich aktiver als jener. Vor einigen Jahren schmolzen bei einem Ausbruch Teile der Eiskappe ab und eine gewaltige Schlammlawine zerstörte große Teile des nahe gelegenen Städtchens Latacunga mit einigen Todesopfern.

Mittlerweile ist der Cotopaxi etwas runter vermessen worden auf 5.895 Meter, galt er doch früher mit 6.005 Metern als echter 6.000er. Wer aber seine ebenmäßige Eiskappe das erste Mal sieht wird sich wenig für derartige Zahlenspiele erwärmen, handelt es sich doch praktisch um das Idealbild eines eisbedeckten Vulkanes schlechthin. Von der Hauptstadt Quito aus ist er bei guten Sichtbedingungen schon zu sehen und bildet somit eines der Wahrzeichen der Stadt.

Wir besteigen im Scheine der Stirnlampen die ersten Eisfelder, zuerst geht es moderat bergauf. Weiter oben wird das Gelände steiler, bis zu 45° steile Eisflanken müssen überwunden werden. Etwa 8 Stunden später stehen wir auf dem weitläufigen Kraterrand, bei guter Sicht liegt ganz Ecuador unter uns. Doch wir müssen auch noch herunter, nun erst können wir die weiß glänzenden Firnflächen richtig sehen und ihre erhabene Schönheit genießen. Von der Hütte geht es dann zurück zum Fahrzeug und weiter nach Quito. Der Rest des Tages ist Ausruhen angesagt.

14. Tag: Ruhetag in Ouito

Ausruhen und Kräftesammeln nach dem Harten Tourentag.

Chimborazo-Ecuador

15. Tag: Basislager Chimborazo

Ein echter 6.000er ist dann aber unser nächstes Ziel, als Höhepunkt der Reise wird nämlich der 6.268 Meter hohe Chimborazo bestiegen, der höchste Berg Ecuadors. Übernachtet wird in der Wymperhütte, knapp über 5.000 Meter hoch gelegen. Für den Gipfelsturm bleiben somit immer noch fast 1.300 anstrengende Höhenmeter übrig, die konditionellen Grundlagen sollten also vorhanden sein. Die Hütte kann fast komplett mit dem Allradfahrzeug angefahren werden, mittlerweile dürften wir gut genug akklimatisiert sein. Trotzdem ist eine kleine Wanderung ratsam, so können wir auch den ersten Teil des Aufstiegs schon mal erkunden. Wiederum wird früh zu Abend gegessen, und die Ausrüstung parat gemacht. Auch hier findet man der Höhe und Kälte wegen nur unruhigen Schlaf und wiederum geht der Wecker um 12 Uhr in der Nacht.

16. Tag: Gipfelsturm Chimborazo

Der höchste der erloschenen Vulkane Ecuadors und seit der Neuvermessung des Cotopaxi auch der einzige verbliebene 6.000er bildet natürlich eines der beliebtesten Bergziele des Landes, wenn nicht gar der gesamten Anden. Kein Wunder, denn nur wenige Berge dieser Größenordnung sind so schnell und ohne übergroße alpinistische Schwierigkeiten zu erreichen. Lange Zeit galt der Chimborazo als höchster Berg der Erde, bevor noch größere Bergriesen in Asien entdeckt wurden. Nimmt man allerdings die Entfernung von Erdmittelpunkt zum Maßstab wäre er tatsächlich der höchste Berg der Welt, denn aufgrund der Ellipsenform der Erde ist nichts weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Chimborazogipfel. Der erste ernsthafte Gipfelaspirant war kein Geringerer als der berühmte Forschungsreisende Alexander von Humboldt im Jahr 1802. Angeblich gelangte er auf über 5.800 Meter Höhe, also weit in die Gletscherzonen hinein, bevor ihn das Wetter und große Spalten zum Umkehren zwangen. Selbst wenn es wahrscheinlich ist, das er weiter unten umkehren musste, bleibt es im Angesicht der damaligen Zeit und Mittel eine durchaus beachtliche Leistung. Später versuchte sich auch Simon Bolivar am Chimborazo, stieg aber nur bis zur Schneegrenze. Der wirkliche Erstbesteiger war dann zwar etwas weniger berühmt, aber ebenfalls alles andere als ein Unbekannter. Edward Whymper hatte sich mit Antoine Carrel zusammengetan um am 4. Januar 1880 dem Chimborazo aufs eisige Haupt zu steigen. Heute sind der Hauptgipfel und auch eine der beiden Hütten am Berg nach dem berühmten Engländer benannt.

Lange Eispassagen mit einigen Spalten überwinden wir im Scheine unserer Stirnlampen. Aber 1.300 Höhenmeter zwischen 5.000 und 6.300 Metern sind auch kein Pappenstiel, der Aufstieg gestaltet sich mühsam und langwierig. Umso schöner ist die Aussicht am höchsten Punkt. Über hunderte von Kilometern erstreckt sich das Panorama, ein wahrhaft erhabenes Gefühl. Doch herunter müssen wir auch noch, um nicht noch mal in der Hütte übernachten zu müssen. Danach fahren wir noch zurück nach Quito. Dort warten eine Dusche, gutes Essen und ein kühles Bier.

17. Tag: Rückflug von Quito

Leider unvermeidlich geht es irgendwann wieder zurück, immerhin fliegen wir über gigantische Andenketten und weite Urwaldlandschaften. Das gibt Raum für neue Träume, es muss ja nicht das letzte Mal Südamerika gewesen sein.

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