Miraflores - Spanische Enklave am Rande der peruanischen Hauptstadt

Ein Reisebericht aus Südamerika - Peru. Von Thomas Wilken.

Schon im Dunkeln passieren wir das Lichtermeer Limas, dann bietet mir mein Fahrer an, mich in ein Hotel zu fahren, wenn ich wüsste wohin. Hier wäre es nämlich relativ gefährlich für mich, umso Innenstadt näher, umso gefährlicher, eine einfache Rechnung. Mittlerweile hat sich in dieser Stadt soviel Armut angesammelt, das nur noch San Isidro und Miraflores, die beiden Nobelvororte, wirklich sicher sind.

Beide selbstverständlich von der weißen Oberschicht geprägt. Hier gibt es nur wenige bettelnde Kinder und das Stadtbild gleicht dem einer spanischen Großstadt. Breite Straßen, moderne Häuser, weitläufige Parklandschaften mit buntem Blumenschmuck und teure Restaurants. Eigentlich nicht das Peru, das ich suche, weil nicht das wirkliche Peru, trotzdem miete ich mich hier ein. Schließlich sind es ja nur noch 2 Nächte und jetzt am Ende der Reise soll nun wirklich nichts mehr passieren. Die Hoteladresse habe ich ja noch, also lasse ich mich hinfahren.

Ich treffe dort einen anderen Deutschen, Frank, der gerade angekommen ist. Mit ihm erkunde ich am anderen Tag etwas die Stadt, die Märkte und die Plaza de Armas. Letztere ist absolut gigantisch, wohl der größte Platz, den ich je gesehen habe, umrahmt von gewaltigen Regierungsgebäuden. Welch ein Kontrast zu den Hütten von La Oroya, welche ich noch am Vortag sah. Nebenan eine Kirche mit einem fast schon makaberen Denkmal. Francisco Pizarro wird hier geehrt, ein spanischer Schweinehirt, auf den das ganze Elend dieses Kontinentes zurückgeht, aber natürlich auch der unermessliche Reichtum der peruanischen Oberschicht. Weg hier !

Die Plaza ist übrigens auch Ausgangspunkt für sämtliche Entfernungsmessungen in ganz Peru.

Nach einigen Einkäufen am nächsten Tag geht es dann mit dem Taxi zum Flughafen. Dort stielt man mir noch mein schönes Schweizermesser, ich hatte es vergessen aus dem Handgepäckrucksack zu nehmen. Den USA sei Dank, aber das sieht das Flughafenpersonal anders, ich könnte mir das Messer ja beim nächsten Limabesuch wieder abholen. Ja ne is klar. Ich sage sie sollten es wenigstens einem Straßenkind geben, natürlich bereichern wir uns nicht an den Sachen heißt es. Na ja, immerhin ist mir nicht mehr weggekommen, also geht es nun zurück nach Deutschland und gleich weiter nach Kreta, wo ich in 3 Tagen zum neuen Job antreten muss.