Der Puma, auch Berglöwe genannt, ist der König der südamerikanischen Wildnis, doch sein Lebensraum in den Anden ist zunehmend bedroht. Entdecke die faszinierende Lebensweise dieser anpassungsfähigen Raubkatze und erfahre mehr über die Gefahren, denen der Puma durch illegale Jagd und Lebensraumverlust ausgesetzt ist.
Auf den Spuren des Pumas in den Anden
Eines Vorweg: Einen Puma zu sehen ist in Südamerika ein sehr seltenes Glück. Ich war viel in Gegenden unterwegs, wo es Pumas geben sollte. Einen Puma gesehen habe ich erst zweimal: Einmal im Zoo von Banos und einmal im Zoo von La Paz... Aber immerhin habe ich mehrmals Pumaspuren gefunden, in den Hochanden von Chile, Ecuador und Bolivien.
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Der Puma (Puma concolor), auch als Berglöwe oder Cougar (engl. Bezeichnung) bekannt, ist die zweitgrößte Raubkatze Amerikas nach dem Jaguar. Er ist extrem anpassungsfähig und bewohnt unterschiedlichste Lebensräume – von den kanadischen Wäldern bis zu den heißen Wüsten Mexikos. Besonders die Andenregion Südamerikas ist eines seiner letzten großen Rückzugsgebiete. Doch illegale Jagd, Lebensraumzerstörung und Konflikte mit Menschen bedrohen seinen Bestand zunehmend.
Verbreitung des Pumas in den Anden
Der Puma war einst in ganz Südamerika verbreitet, doch durch menschlichen Einfluss sind seine Bestände in vielen Regionen stark zurückgegangen. Heute findet man ihn hauptsächlich in:
- Patagonien (Argentinien & Chile): Besonders im Torres-del-Paine-Nationalpark gibt es noch stabile Bestände.
- Bolivien & Peru: In den Hochanden über 4.000 m bis hinab in den Amazonas-Regenwald.
- Ecuador & Kolumbien: In den Nebelwäldern und Hochgebirgen der Anden.
Während in abgelegenen Gebieten wie Patagonien noch relativ viele Pumas leben, sind sie in den nördlichen Andenstaaten wie Ecuador, Kolumbien und Peru aufgrund von Jagd und Lebensraumverlust selten geworden.
Lebensweise & Jagdverhalten
Der Puma ist ein Einzelgänger, der riesige Territorien von bis zu 1.000 km² beanspruchen kann. Er ist besonders anpassungsfähig und jagt in verschiedenen Höhenlagen – von den trockenen Hochebenen der Anden bis in dichte Bergwälder.
Jagdverhalten & Beute
Hauptbeute: Guanakos, Vikunjas, Hirsche, Nandus, kleinere Säugetiere
Gelegentlich: Haustiere (Schafe, Ziegen), wenn Wildtiere knapp sind
Jagdtechnik: Schleichjäger, der sich an die Beute heranpirscht und mit einem gezielten Biss in den Nacken tötet
Besonders in Patagonien sind Pumas für ihre Jagd auf Guanakos berüchtigt, die in großen Herden leben und einen Großteil ihrer Nahrung ausmachen. In nördlichen Regionen, wo Guanakos seltener sind, jagen Pumas eher kleinere Beutetiere.
Bedrohungen für den Puma – Warum ist er in Gefahr?
Obwohl Pumas in Südamerika nicht so stark verfolgt wurden wie in Nordamerika, sind ihre Bestände in den letzten Jahrzehnten durch folgende Faktoren zurückgegangen:
Illegale Jagd & Vergeltungstötungen
Viele Pumas werden von Farmern erschossen, weil sie Schafe und Ziegen reißen. Besonders in abgelegenen Gebieten, wo Viehzüchter wirtschaftlich abhängig von ihrem Vieh sind, sehen viele den Puma als Bedrohung. Obwohl Pumas in vielen Ländern gesetzlich geschützt sind, wird die Jagd oft nicht kontrolliert.
Wilderei für den Schwarzmarkt
Pumafelle, Zähne und Knochen sind auf dem Schwarzmarkt begehrt. Besonders in Ländern wie Bolivien und Peru gibt es illegale Jagd auf Pumas, um Teile an Touristen oder internationale Märkte zu verkaufen.
Verlust des Lebensraums
Abholzung, Landwirtschaft und Straßenbau zerstören die letzten Rückzugsgebiete des Pumas. Besonders in den nördlichen Anden (Kolumbien, Ecuador, Peru) schrumpfen die Wälder, was den Pumas nicht nur Nahrung nimmt, sondern sie auch näher an Siedlungen bringt – was zu mehr Konflikten führt.
Konkurrenz mit Menschen um Nahrung
Durch Wilderei und Überweidung nehmen Bestände von Huftieren wie Guanako und Vikunja ab – wichtige Beutetiere des Pumas. Ohne natürliche Nahrung greifen Pumas herkömmliche Nutztiere an, was wiederum zu mehr Vergeltungstötungen führt.
Schutzmaßnahmen & Zukunftsperspektiven
Trotz der Bedrohungen gibt es Schutzprojekte und Nationalparks, die das Überleben des Pumas sichern sollen:
- Patagonien (Chile & Argentinien): Nationalparks wie Torres del Paine haben strenge Schutzmaßnahmen, und Puma-Sichtungen sind dort mittlerweile häufig.
- Peru & Bolivien: Der Madidi-Nationalpark in Bolivien und der Huascarán-Nationalpark in Peru gelten als Rückzugsgebiete für Pumas.
- Zusammenarbeit mit Farmern: Programme wie die Entschädigung für gerissenes Vieh oder der Einsatz von Herdenschutzhunden helfen, Konflikte zu verringern.
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Der Puma ist ein Überlebenskünstler, doch sein Bestand in den Anden ist ohne Schutzmaßnahmen gefährdet. Mit nachhaltigem Schutz kann er jedoch weiterhin als geheimnisvoller Jäger der Berge überleben.
Was denkst du? Sollten mehr Schutzgebiete für den Puma eingerichtet werden? Bzw. wie wäre es möglich, den vorhandenen Schutz besser durchzusetzen? Es bräuchte mehr Kontrolle, was gerade auf dem Land kaum möglich ist. Zudem spielt in allen Andenländern, außer in Chile, die Korruption bei den kontrollierenden Gremien immer noch eine viel zu große Rolle.